Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
22. Dezember 2018 6 22 /12 /Dezember /2018 11:09

Womit soll ich anfangen?!! Jeden Tag hätte ich seitenlang erzählen können, wenn ich denn Zeit, Ruhe und eine gute Verbindung (noch dazu alles gleichzeitig...) gehabt hätte.

Jetzt bin ich wieder mal in Issenheim, habe Ruhe, unbegrenzten Internetzugang (nach 2 Stunden Kampf mit Computerproblemen) und gerade heute noch Zeit vor den Weihnachtsbesuchen.

Es war eine Mischung von langem Warten und  wie von unsichtbarer Hand gelenkten Unterstützungen, die uns dieses Jahr begleiteten.

  • Nach zweijährigem Warten konnten wir es kaum glauben, dass die Deutsche Botschaft von Dakar sich doch noch für unser Projekt für Behinderte im Kunsthandwerkerdorf von Kaolack  interessiert und sich vor Ort  ein Bild machen will.                                                                                            

 

Zur Information, mein spontaner nicht veröffentlichter Kommentar nach der Projektbewilligung:

Wunderbar! unser vor 2 Jahren bei der Deutschen Botschaft eingereichter Antrag für "Kleinstprojekte" wird genehmigt! Wir können im "village artisanal" ("Kunsthandwerkerdorf") von Kaolack (das heisst: mitten in der Stadt) ein Ausbildungs - Atelier und ein Verkaufskiosk für Behinderte bauen.

Seit Beginn unserer Aktivitäten in Kaolack waren wir in direktem Kontakt mit behinderten Menschen in Kaolack, denen wir Rollstühle und andere Hilfsmittel zur Verfügung stellen konnten. Als wir unsere Nähschule gründeten, war das Interesse groß - aber leider der Weg zum Zentrum zu beschwerlich.

Wir waren indes nicht müde, nach einer besonderen Lösung zu suchen, und überzeugten die Verantwortlichen des Kunsthandwerkerdorfs, uns einen Platz für das Projekt zur Verfügung zu stellen.

Herr Stein von der Deutschen Botschaft in Dakar kam zu einer kurzen Visite, war von unserem Projekt angetan, und nun - ein paar Monate später - ist es im Bau und soll vor Jahresende noch fertig werden, sodass im Januar  Nähunterricht, Herstellung von traditionellen und modernen Handarbeiten und auch Computerunterricht beginnen können.

Zugleich eine gute Verkaufsmöglichkeit für die hergestellten Objekte und auch für die Erzeugnisse unserer NähschülerInnen im Zentrum Imagine.

Wir freuen uns besonders, hier behinderten Menschen die Möglichkeit zu geben, am öffentlichen Leben ganz normal teilzuhaben und ihren Lebensunterhalt verdienen zu können

  • Herr Stein wurde von uns noch zum Zentrum "gelotst", war ganz begeistert und wollte uns spontan beim Weiterbau helfen. So haben wir auf seinen Vorschlag hin 2 Anträge gestellt, die nach etwas langer Bearbeitungszeit schließlich Ende Mai genehmigt und subventioniert wurden.
    • Sofort begannen wir mit den Bauarbeiten, parallel im Zentrum Imagine und im Kunsthandwerkerdorf (hier folgen noch Fotos in den nächsten Tagen!). Anfangs ging es ganz zügig voran, dann kam die Regenzeit; die Betondecke über den neuen Räumen machte den Maurern zu schaffen... und unseren Finanzen, denn die Kostenvoranschläge waren zu niedrig, die Subventionen zu Ende. 

Zum Glück bekamen wir im Laufe des Jahres immer wieder - und gerade in kritischen Momenten - private Unterstützung von Freunden, Bekannten, Verwandten -Mitgliedern des Vereins oder nicht-, und von neuen Unterstützern, die den Artikel in der Badischen Zeitung gelesen hatten.

So konnten wir mit ihrer, Eurer Hilfe den Schulanbau soweit vorantreiben, dass jetzt alle Räume benützt werden können, und auch schon benützt werden, denn unsere Schülerzahl hat sich fast verdoppelt! Wir konnten sogar unser Grundstück vergrößern und eine interne Wasserversorgung mit Pumpe und Reservoir einrichten.

Darum 1000 Dank allen Mithelfern! Wir sind jetzt noch überwältigt, wenn wir daran denken, wie immer wieder Hilfe kam, wenn wir Schwierigkeiten hatten.

Und das ist noch nicht alles: die Stiftung Alternaid hat uns ein weiteres Projekt bewilligt, es geht um die 

" Zugänglichkeit unseres Sozial- und Bildungszentrums Imagine in Kaolack für Kinder und Jugendliche mit Gehbehinderung mit Hilfe eines kleinen Schulbusses.

 Sichere Beförderung unserer behinderten und nicht behinderten Schüler und Mitarbeiter."

Es ist sicher eine große Ausnahme, dass uns dieser lang ersehnte Schulbus von der Stiftung finanziert wurde, darum sind wir ganz besonders dankbar dafür, denn wir hatten uns seit Jahren vergeblich darum bemüht: immer wieder wurde das dafür bestimmte Geld für dringendere Posten benötigt.

Allerdings ging es nun sehr langsam weiter, denn es sollte ein behindertengerechtes Fahrzeug, nicht älter als 8 Jahre und groß genug für unseren Bedarf sein. Geduld war angesagt, und wir ahnten nicht, dass dies für jede Etappe zutreffen sollte: Suche, Kaufbereitschaft, Transport und Herausführung aus dem Hafen von Dakar! Warten, warten, warten...

in Issenheim, vor dem Beladen

Natürlich kein untätiges Warten! Unsere Bemühungen konnten aber nicht viel bewirken, immer wieder gab es neue Hindernisse, sodass wir schier verzweifeln wären, wenn wir nicht treue Helfer vor Ort (in Dakar) gehabt hätten. Tatsächlich kam er doch noch ein paar Tage vor meiner Heimreise zum Jahresende in der Schule an, nach drei Monaten "Odyssee"!

in unserem Zentrum angekommen

 

Der rechte Außenspiegel war abmontiert und ein paar Sachen waren trotz unserer Sicherung geraubt worden (leider auch ein Rollstuhl darunter), aber sonst war alles in Ordnung. Wir waren glücklich, die Tische, Stühle und alle nützlichen Dinge, die wir gesammelt und besorgt hatten, jetzt endlich einsetzen zu können.

Bevor wir den Bus selbst einsetzen können, müssen zusätzliche Sitze eingebaut werden, danach muss er noch einmal nach Dakar für die definitive Ummeldung. Das bleibt auch noch zu finanzieren. Wir hoffen, zum Neuen Jahr soweit zu sein!

aber schnell, das (Super!-)Jahr ist fast zuende!

Wir bedanken uns bei allen

und wünschen ein frohes Weihnachtsfest

und ein glückliches Neues Jahr

Diesen Post teilen

Repost0

Kommentare