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28. Februar 2021 7 28 /02 /Februar /2021 17:32

Imagine Nord-Süd e.V., Ehrenkirchen

 

Jahresbericht 2020

 

Dieses weltweit denkwürdige Jahr hat – im Senegal wie auch hier – ganz «normal» begonnen. Der neue stellvertretende Direktor hatte viel Wert auf die interne Weiterbildung der Lehrer gelegt und damit eine gute Dynamik in Gang gebracht. Die Abberufung einer unserer Lehrerinnen in den staatlichen Schuldienst kam überraschend im Januar, konnte aber schnell überbrückt werden.

 

Dank der Unterstützung der Stiftung Brücke Ende 2019 konnte Pierre die Ausstattung der Ausbildungsstätte im Kunsthandwerkerdorf vervollständigen, einige erste Verkaufsgegenstände für den Kiosk daneben erstehen, eine Nählehrerin engagieren und die Eröffnung für Mitte März vorbereiten. Die Flyer und Einladungen waren gedruckt und teilweise schon verschickt, als wegen Corona alles gestoppt wurde.

 

Schulen und schulische Ausbildungsstätten mussten schließen, auch der Flughafen wurde geschlossen, folglich bestand keine Aussicht auf Touristen. Allerdings war durch weitere Maßnahmen nach europäischem Beispiel die Bevölkerung insgesamt schockiert und beunruhigt . Niemand wusste, wie es weitergehen würde, da war der Stop unseres Projekts im Kunsthandwerkerdorf nebensächlich...

 

Wie lange dieser Zustand dauern würde, hatte niemand geahnt, Möglichkeiten, über Internet den Unterricht zu gewährleisten, gab es für uns nicht, denn nur ein kleiner Teil der Eltern hatte Zugang – und auch nur zeitweise und nur mit Smartphone. Nachdem allgemein klar wurde, dass es andauern würde, strahlte das staatliche Fernsehen regelmässig Schulsendungen aus - zwar eine gute Initiative, die wir nicht nutzen konnten, da hauptsächlich für Abschlussklassen.

 

Für Pierre gab es zuerst, trotz Coronastress, ein bisschen Ruhe und mehr Zeit um manche Büroarbeiten zu erledigen, zu denen er vorher nicht gekommen war.

Mehrere Spenden von Mitgliedern und Freunden, sowie eine staatliche Zuwendung auf Antrag hin, halfen in dieser schwierigen Zeit den Wegfall der Elternbeiträge zu kompensieren und die Gehälter unserer Lehrer und des Wärters weiter zu zahlen.

 

Im Mai organisierte Pierre dann, mit der Unterstützung von Tukolere Wamu e.V., den schon vor Ausbruch der Pandemie genehmigten Bau der Mauer zur Verbesserung der Sicherheit. Die Zusage einer Unterstützung für die Erweiterung der sanitären Anlagen wurde wegen vieler dringender Hilfsgesuche in anderen afrikanischen Regionen zurückgezogen.

 

 

Was die Aktivitäten von Imagine Nord-Süd e.V. hier in Deutschland betrifft, möchte ich den Text von Dorothea Siegert-Binder für das lokale «Blättle» Ehrenkirchen einfügen:

 

« Gemeinsam sind wir stark - Wir möchten DANKE sagen!

 

Wir sind der Verein Imagine Nord-Süd e.V., mit Sitz in Ehrenkirchen, der zwar nur 14

Mitglieder zählt, aber schon vieles auf die Beine gestellt hat.

Im Laufe der letzten 15 Jahre haben wir uns für ein Projekt im Senegal stark gemacht und vieles erreicht. So wurde in Kaolak ein Schulzentrum gebaut mit Vorschule, Grundschule und einer Nähschule.

Da unsere Vorsitzende Maria Schneider-Wilane meist im Senegal vor Ort ist, kennt sie die prekäre Situation der Menschen dort und weiß um aktuelle Notwendigkeiten, was unser Projekt betrifft.

In den letzten 2 Jahren haben wir viele wichtige Gegenstände, wie Nähmaschinen, Rollstühle und Pädagogik-Material gesammelt, die in Afrika dringend gebraucht werden und planten, sie in einem Container zu schicken. So waren die ausrangierten, aber noch gut erhaltenen Schulmöbel der Kirchhofener Grundschule, die wir im November 2019 erhielten, ein Geschenk des Himmels und der Gemeinde Ehrenkirchen! Vielen Dank!

 

Bis alles, mitsamt unseren gesammelten Hilfsgütern, am 6.11. 2020 in einem großen Schiffscontainer landete, war es ein langer Weg, auf dem viele Menschen mitgeholfen haben.

Wir danken Herrn Leppert, der immer hilfsbereit mit Rat und Tat zur Stelle war und uns kurzfristig Räume als Zwischenlager zur Verfügung stellte, damit die an verschiedenen Orten „gesammelten Werke“ zur Beladung bereit waren.

Wir danken seinen Kollegen und den tatkräftigen Männern vom Arbeitskreis Ortsgeschichte für das beladen des Auflegers der Firma Dischinger

 

Wir danken Herrn Stöhr (Firma Dischinger), für die 1 Jahr währende (bedingt auch durch Corona) Lagerung der Möbel. Beim Beladen des Containers wurde uns auch, vom ihm organisiert, ein Gabelstapler für die schweren Teile zur Verfügung gestellt.

 

Das Kreativteam der Evangelischen Kirche hat uns durch den Verkauf der selbstgemachten Adventsgestecke im letzten Jahr eine großartige Spende gemacht, die zur Finanzierung des Containers wesentlich beigetragen hat. Herzlichen Dank dafür !

 

Durch einen Antrag bei Engagement Global übernahm diese Institution, nach bestandener Trägerprüfung unseres Vereins, die gesamte Organisation und den größten Teil der Kosten. Danke!!!

 

 

 

Wir danken allen Männern und Frauen, die mit viel Muskelkraft den Container beladen haben, so dass er endlich vollbepackt, verzollt und versiegelt abgeholt und auf Reisen geschickt werden konnte. Was lange währt, wird endlich gut!

 

 

 

Für die Mitglieder des Vereins und einige Freunde, Helfer und Unterstützer war es eine langwierige, schließlich aber gelungene Aktion.

 

 

 

 

Wir haben es wirklich erfahren dürfen: Gemeinsam sind wir stark! "

 

 

 

 

 

 

.........unterdessen....

 

 

........... begann im Senegal das nächste Schuljahr.

Zuerst, ab dem 5.November für die Lehrkräfte, die sich auf die neue Situation vorbereiten mussten und eine Woche später für die Schüler:Für uns war es, neben den materiellen Vorbereitungen, die Gelegenheit in kürzester Zeit drei neue Lehrkräfte zu finden - und zu engagieren!

 

Zusätzlich war der Schulanfang dieses Jahr vom unerwarteten Tod von Leopold Sène überschattet, der seit drei Jahren an unserer Schule in Wolof und Französisch unterrichtete und der uns allen sehr fehlen wird.

 

Dank des - wie immer vollen - Einsatzes von Pierre, auch bei dem Bau des nötigen neuen Klassenraumes, sowie den gemeinsamer Bemühungen von Schulleitung, Lehrerschaft, Schülern und einigen Eltern, konnten wir nach diesem schwierigen Anfang in kurzer Zeit wieder zu einem « normal funktionierendem Schulalltag » übergehen.

 

Allerdings wurde die Hoffnung auf baldige Ankunft des Containers vor Ort, angesichts der wachsenden Schülerzahl zu einer dringenden Notwendigkeit, denn die Schüler saßen eng gedrängt in ihren Schulbänken. Das war bei der auch hier wachsenden Zahl an Covid-Erkrankungen nicht mehr vertretbar.

 

Leider kam unser Material trotz schnell erwirkter Zollbefreiung seitens des Erziehungsministeriums, nicht vor Jahresende in der Schule an.

 

Da dies aber nicht unsere einzige Sorge war – wir erwarten in diesem Schuljahr die Inspektion, die nach der Vorschule auch für unsere Grundschule die offizielle Anerkennung bringen soll - , haben wir inzwischen mit dem dringend erforderlichen Bau zusätzlicher Toiletten begonnen, ohne zu wissen, ob wir damit rechtzeitig fertig würden.

 

So endete das Jahr 2020 zwar sang- und klanglos, im Senegal diesmal sogar ohne Weihnachtsferien, aber zufrieden mit dem bisher Geschafften und voller Hoffnung auf das kommende Jahr.

 

In diesem Sinne sagen wir : »Tausend Dank allen Spendern und Helfern, mit

unseren besten Wünschen für das Jahr 2021!».

 

Auch der von der Stiftung Alternaid gespendete Schulbus ist nach vielen Blockaden endlich in Betrieb !

 

 

 

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